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Objekt des Monats Dezember 2026: Weihnachtspyramide

Lichter im Advent

Eine Besonderheit der Berliner Weihnachtsmärkte waren vom Ende des 18. bis weit in das 19. Jahrhundert hinein die Pyramidenverkäufer. Im Gegensatz zu den kunstvollen Exemplaren des Erzgebirges kam die so genannte „märkische Pyramide“ (im Berliner Dialekt auch „Perjamide“ beziehungsweise „Perchtemite“) recht einfach daher: vier Stäbe aus Draht oder Holz, umwunden mit grünen Zweigen oder Papier, am oberen Ende zusammengebunden und mit Lichtern versehen. Zusätzlich konnten die Pyramiden mit farbigen Papierstreifen, Rauschgold oder allerhand anderem Schmuckwerk verziert werden. Zunächst noch in allen Bevölkerungsschichten geschätzt, vollzieht sich im Laufe des 19. Jahrhunderts ein merklicher Wandel: Während man in ärmeren Bevölkerungsteilen weiterhin an der Pyramide festhält, tritt in wohlhabenden Familien zunehmend der Weihnachtsbaum seinen Siegeszug an.

Dass Weihnachtspyramiden auch in Oberhavel beliebt waren, zeigt das wunderschöne Exemplar aus Oranienburg. Hergestellt wurde sie um 1880 durch den Maurerpolier Gottlieb Süßbier. Drei Etagen hat er ihr gegeben, jede davon mit verschiedenen Figuren versehen und durch Glasschmuck sowie Girlanden zusätzlich verschönert. Die Weihnachtspyramide wurde auch über den Tod ihres Herstellers hinaus in der Familie gepflegt und gehegt: Zwei Weltkriege hat sie überstanden, hier und da ist ein Schmuckwerk beschädigt, das eine oder andere Stück ist verlorengegangen und wurde ergänzt. Die kunstvolle Herstellungsweise und die damit verbundene Sorgfalt ist dennoch zweifelsfrei erkennbar.

Wusstest du schon, dass in Kremmen um 1900 Nürnberger Lebkuchen hergestellt wurden? Dies und noch mehr kannst du bei unserem museumspädagogischen Angebot „Weihnachtsspaß mit Mausfried“ erfahren.

Das Team des ReMO wünscht dir eine wunderbare Weihnachtszeit!




Weihnachtspyramide

  • Inventarnummer:       IV / 3936
  • Datierung:                  um 1880
  • Maße:                         Höhe 103,0 cm / max. Breite 34,0 cm

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